Vier Generationen
Friederike und August Wünsch
1883
Julie und Otto Wünsch
12. September 1912
Erika (geborene Wünsch) und Reinhold Wagner
30. Juli 1951
Unsere Geschichte
Uta, Erika und Elke Wagner
Als August Wünsch 1883 die Schankwirtschaft mit Metzgerei in der Leimengasse – heute Markgräflerstraße – übernahm, ahnte er wohl nicht, dass daraus eine Uhlbacher Institution werden würde. Den Namen verdankt das Gasthaus einem alten Brauch: So wie das Lamm den Bäckereien gehörte, war der Ochse das Zeichen der Metzger.
Sein Sohn Otto führte das Haus weiter, an seiner Seite Julie. Als Otto 1934 verstarb, waren die drei Kinder noch jung – 8 bis 14 Jahre alt. Julies Tatkraft war als Mutter gefordert, aber auch in der Gastwirtschaft, Metzgerei und Landwirtschaft. Damals wurden Wein, Obst, Kartoffeln und Gemüse noch selbst angebaut. Sie war die gute Seele des Hauses. Sohn Richard fiel im Zweiten Weltkrieg. Die Wirtschaft war ab 1942 von Staates wegen geschlossen. Nach dem Krieg machten Julie und ihre Töchter Ida und Erika weiter.
1951 heiratete Erika den Metzger Reinhold Wagner, und mit ihm begann ein neues Kapitel. Die beiden Töchter Uta und Elke wuchsen zwischen Küche und Gaststube auf. Als Reinhold Wagner 1982 verstarb, machten Mutter und Töchter weiter – wie es im Ochsen immer war: gemeinsam. Sie hatten sich mit ihren Ausbildungen darauf vorbereitet. Elke hatte in der bekannten Sonne-Post in Murrhardt gelernt. Sie wirkte in der Küche, wo auch noch ein alter Holzherd steht, und war für die schwäbischen Spezialitäten zuständig – Maultaschen, Leberspatzen, Saures Herz und ihr Ofenschlupfer. Uta war bei den Gästen, der hiesige Wein ihre Leidenschaft – und auch fürs Büro zuständig.
Im Garten des Ochsen steht eine über 100-jährige Kastanie, gepflanzt von Otto und Julie Wünsch zum Andenken an den jüngsten, gefallenen Bruder Richard. Sie ist das Herzstück des Ortes. Unter ihrem Blätterdach und an den großen Holztischen in den Wirtsstuben rückt man zusammen, wie es in Uhlbach seit Generationen Brauch ist.
Heute bewahrt Uta Wagner das Erbe ihrer Familie in vierter Generation und führte es in die Wünsch-Wagner-Stiftung über. Der Ochsen bleibt, was er immer war: ein Stück Heimat.
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